Deine Chance!
Vierte Ramadan-Nasiha des MJD-Vorstands

Von Bruder Hischam für den MJD-Vorstand

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen
 
Lieber Bruder, liebe Schwester,
 
wir befinden uns bereits in den letzten Zehn Tagen des heiligen Monats Ramadander 9. Monat im islamischen Kalender; der Fastenmonat. Ja, dieser gesegnete Monat neigt sich dem Ende zu, obwohl es sich so anfühlt als hätte er gerade erst begonnen.
Hast du jeden Tag, jede Stunde, jeden Augenblick ausgenutzt um deinem Schöpfer nahe zu sein? Warst du zum Iftardas Fastenbrechen; das Abendessen im Ramadan; die Mahlzeit zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang bei deiner Familie oder Gemeinschaft, zum Tarawih-Gebet in der Moscheeabgeleitet vom arabischen "masdschid" (wörtlich: Ort der Niederwerfung); in erster Linie Ort des gemeinschaftlichen Gebets; darüber hinaus Nutzungsmöglichkeiten für soziale, kulturelle und erzieherische Funktionen und hast täglich Qurandas gesegnete Buch des Islams; wörtlich: „die Rezitation“, „das oft Gelesene“; das Vorgetragene; die Lesung; der Vortrag; das von Allah an Seinen Gesandten Muhammad (saw) offenbarte Buch in arabischer Sprache gelesen? Hast du dich von schlechten Dingen und schlechten Angewohnheiten, von übler Nachrede und bösen Taten ferngehalten? Hast du mit allen deinen Sinnen und allen Körperteilen gefastet und den Segen dieses Monats ausgekostet?
Vielleicht gehörst du zu den Glücklichen, die jede Frage bejahen können und du hast tatsächlich alles richtig gemacht.
Vielleicht hast du aber auch die Sorge diesen Monat nicht ausgekostet zu haben. Vielleicht plagt dich das Gefühl ihn nicht optimal genutzt zu haben, weil du am Anfang dachtest, dass ja noch 30 Tage bevorstehen und du noch die Kurve bekommst. Weil du am Anfang dachtest, dass es ja auch noch ok ist, wenn du nächste Woche mit deinem besonderen „Ramadanprogramm“ beginnst?
 
Egal zu welcher Gruppe du dich zählst, Allah (t) hält für dich noch ein besonderes Geschenk bereit. Ein Geschenk, das alle deine bisherigen Bemühungen in diesem Ramadan in den Schatten stellt. Oder eine letzte Chance, um alle deine Nachlässigkeiten im Ramadan auszugleichen und doch noch als großer Gewinner rauszugehen.
 
Die letzten zehn Tage im Ramadan und im Besonderen die Lailatu l-Qadr sind nämlich die Zeit, die für einen Muslim1) wörtlich: der sich Unterwerfende, der sich Hingebende; Anhänger des Islams.2) (gest. 875); Kompilator des Hadîth; wie Buchârî, ein Verfasser des „Sahîh“ genannten Werkes am ertragreichsten sein können und denen deshalb ganz besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung geschenkt werden sollte.
 
So sagt Allah (t) über diese besondere Nacht:
 
„Wir haben ihn ja herabgesandt in der Nacht der Bestimmung. Und was lässt dich wissen, was die Nacht der Bestimmung ist? Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate, Es kommen die Engel herab und der Geist in ihr, mit der Erlaubnis ihres Herrn, zu jeder Angelegenheit, Frieden ist sie, bis zum Aufgehen der Morgendämmerung.“ (97:1-5)
 
Die Lailatu l-Qadr ist für uns Sicherheit und Schutz. Sie ist Güte und Frieden. Die Lailatu l-Qadr ist der Kern und die Quelle des Ramadan, denn in dieser Nacht brachte der Engel Gabriel unserem Propheten, Allahs Segen und Friede auf ihm, die ersten offenbarten Quranverse. Aus diesem Grund ist diese Nacht besser als tausend Monate oder als ein ganzes Menschenleben.
Daher sind wir angehalten, die Lailatu l-Qadr in den letzten zehn Tagen der ungeraden Nächte im Ramadan, im Besonderen in der 27. Nacht, zu suchen.
 
Anas, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtet, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, gesagt hat: „Wenn die Lailatu l-Qadr anbricht, kommt Dschibril in Begleitung von Engeln herab und bittet um Barmherzigkeit für den Knecht (Allahs), der sich mit Gottesdiensten beschäftigt und Allahs gedenkt, während er steht oder sitzt.“ (Baihaqi)
 
Es gibt eine wunderbare Überlieferung, in der die Mutter der Gläubigen Aischa, Allahs Wohlgefallen auf ihr, den Gesandten, Allahs Segen und Friede auf ihm, fragte: „O Gesandter Allahs, wenn ich weiß, welche Nacht die Lailatu l-Qadr ist, was sollte ich dann sagen?“ Er wies sie dann an zu sprechen: Allahumma innaka ’afuwwun tuhibbu l-’Afwa fa’fu ’annii. Das bedeutet: O Allah, Du bist der Vergebende, und Du liebst die Vergebung, so vergib mir. (Ahmad, Ibn Madscha, Tirmidhi)
 
Versuche also in den dir noch verbleibenden Nächten diese Nacht zu suchen. Versuche dir die folgenden Tage frei zu nehmen um den Abend lange wach zu bleiben. Versuche die Nacht mit Gebeten, Quranlesen und Dhikr auszufüllen.
Aber beachte, dass nur wenn wir uns aufrichtig Allah (t) zuwenden und ihm einen zentralen Platz in unserem Leben einräumen, wir den vollen Nutzen aus dieser Nacht ziehen werden und Allah (t) unsere Gebete und unseren Duadas Bittgebet, das jederzeit auch in der Muttersprache gesprochen werden kann; der Muslim wendet sich in seinen Nöten und mit seinen Wünschen allein an Gott erhören wird.
 
 
Oh Allah, öffne unsere Herzen für den Qur’an. Lasse den Qur’an zum Frühling unserer Herzen und zum Licht unserer Brust werden.
Oh Allah, lasse uns diese letzten Tage des heiligen Monats Ramadan ganz in Deinem Gedenken verbringen.
Oh Allah, nimm unser Fasten und unsere Reue an. Oh, Allah tilge unsere vergangenen Sünden damit.
Oh Allah, beschütze uns vor uns selbst und vor dem Höllenfeuer, denn ohne Deinen Schutz sind wir verloren.
Oh Allah, nimm die Anstrengungen aller unserer Geschwister auf deinem Wege an, wie klein sie auch sein mögen.
Oh Allah, wir bitten dich um nichts, was dir nicht möglich wäre, denn du hast keine Grenzen.
Oh Allah, Deine Barmherzigkeit ist größer als wir uns vorstellen können.
Oh Allah, wir bitten dich in den Namen, die Du Dir gegeben hast, nimm unsere Dua an und lasse uns am Jüngsten Tag zu den Erfolgreichen gehören.
Oh Allah, stärke den Iman in den Herzen Deiner Gläubigen und lasse uns zu ihnen gehören.
Oh Allah, du bist der Größte und keiner ist größer und mächtiger als Du. Du hast das Universum erschaffen und bist der Schöpfer allen Seins, zeige uns, jedem einzelnen von uns den Weg zu unserem Frieden mit Dir, den Islamwörtlich: „heil sein“, „unversehrt sein“, „Unterwerfung“, „Gottergebenheit“; die Ergebung in Gottes Willen; die Bezeichnung der von Gott für den Menschen vorgesehenen Lebensweise der friedvollen Hingabe.
Amin.
 
Von Bruder Hischam für den MJD-Vorstand
 

 

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