Der Genuss kommt auch im Nachhinein
Über persönliche Highlights und Downfalls auf dem Meeting 2011

Von Morad aus Bielefeld

Das MJD-Meeting 2011 ist vorbei und der Genuss setzt doch tatsächlich ein. Das Meeting könnte man mit dem Schlaf vergleichen. Sowohl der Schlaf als auch das Meeting gehen vorbei. Beides verbringt man in einem unwirklichen Zustand. Genießt man den Schlaf doch erst im Nachhinein, verhält es sich doch so, oder so ähnlich mit dem MJD-Meeting. Kaum wieder Zuhause angekommen beginnt man das „islamische Dorf“ zu vermissen, die liebe Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit, den Ruf zum Gebet und das unbeschwerte Muslim1) wörtlich: der sich Unterwerfende, der sich Hingebende; Anhänger des Islams.2) (gest. 875); Kompilator des Hadîth; wie Buchârî, ein Verfasser des „Sahîh“ genannten Werkes-Dasein ohne Rechtfertigung und Vorwürfe. Das alles ist ein Genuss, den man erst nach dem Meeting zu schätzen weiß.

Wenn von Genuss die Rede ist, spreche ich von unzähligen Momenten, die in der Regel in unserem Alltag nicht vorzufinden sind - das gemeinschaftliche Gebet mit über 1000 Geschwistern und das zu jeder Gebetszeit (spirituell einfach nur , alhamdulillahalles Lob gebührt Allah; „Alhamdulillâh“ zu sagen bedeutet, am Ende jeder Sache Allah zu danken, wow), der in der Regel höfliche, sehr herzliche und nette Umgang untereinander, der immer wiederkehrende islamische Friedensgruß, die Mahlzeiten zu essen, ohne groß darüber nachdenken und zweifeln zu müssen, ob dies denn nun erlaubtes ist oder nicht, die Vorträge und AGs und und und.

Diese Gegebenheiten sind für alle, die da waren, gleich. Doch jeder Teilnehmer, Gast, Helfer und Organisator hatte wohl sein eigenes, persönliches Highlight, seine eigene kleine Geschichte. Vielleicht handelt es sich um ein Gespräch, das man mit jemand besonderen führte. Vielleicht traf ein Vortrag den Nerv eines Zuhörers so sehr, dass dieser sein Leben verändert. Unzählige lachende Gesichter konnte ich wahrnehmen, und so wird der eine oder andere Witz vielleicht das Highlight eines Bruders oder einer Schwester gewesen sein. Vermutlich hatte sich im Vorfeld jemand vorgenommen, auf diesem Meeting jedes Mal zum Fajr-Gebet aufzuwachen und keins zu verpassen – und auch dies wird für manchen das persönliche Highlight ausgemacht haben.

Neben den Höhepunkten gibt es sicherlich auch Tiefpunkte zu verzeichnen. Wahrscheinlich haben die meisten ihren eigenen Tiefpunkt erlebt. Mit Bedauern. Sei es im Umgang mit einer Person(en) oder aus organisatorischen Gründen. Doch dies sollte niemanden abschrecken. Zu wissen, dass man es mit einfachen Menschen zu tun hat, die sowohl fehlerhaft als auch „unwissend“ sind, sollte einen beruhigen. „Die Vorfreude auf das Gute ist ein Teil des Genusses“ (äthiopisches Sprichwort), und das Gute ist es, was wir stets aufsuchen und anzustreben versuchen, in der Hoffnung es genießen zu können.
Da bekanntlich nach dem Meeting vor dem Meeting ist, können wir  mit unseren frischen Erinnerungen schon jetzt die Vorfreude genießen, uns auf einen Iman-Schub freuen und uns bereits jetzt Vorsätze überlegen, die unser persönliches Highlight sein könnten.

Zuletzt ist ein Dank aussprechen: Jeder Dank gebührt Allah, der es uns ermöglicht hat zusammenzukommen und gemeinsam das Meeting zu verbringen, um Ihm (t) zu gedenken. Allah (t) ermöglichte es auch den Organisatoren ihre Arbeit so gut sie konnten zu verrichten und auch ihnen gebührt der Dank. Der Dank geht auch an all die Helfer vom Auf- und Abbau der Zelte bis hin zum Müllaufhebenden. Denn jede gute Tat wird von Allah festgehalten, sei sie auch nur so klein wie ein Sandkorn.



Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.