Gemeinsam fasten, gemeinsam essen, gemeinsam erinnern
Iftar des LK Düsseldorf

Von Schwester Duygu

Hilden, ein kleiner Ort bei Düsseldorf. Warum sich der Lokalkreis dafür entschieden hat den LK jeden Donnerstag in dieser Moscheeabgeleitet vom arabischen "masdschid" (wörtlich: Ort der Niederwerfung); in erster Linie Ort des gemeinschaftlichen Gebets; darüber hinaus Nutzungsmöglichkeiten für soziale, kulturelle und erzieherische Funktionen stattfinden zu lassen und warum wir uns ausgerechnet für ein Iftardas Fastenbrechen; das Abendessen im Ramadan; die Mahlzeit zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang in dieser Moschee entschieden haben, hat sich spätestens beim Betreten der wunderschönen Moschee in Hilden geklärt. Aber nicht nur die Architektur der Moschee ist sehr schön, sondern auch ihre Gemeinschft mit ihrer Herzlichkeit, Neugierde und Offenheit, mit der vor allem den jungen Leuten entgegengetreten wird.

 

Als wir den Speisesaal betreten, um den Raum nach MJ-Tradition schön gemütlich zu dekorieren, sind der Koch, der Vorsitzende der Moschee, der Teemann und ein älterer Herr zugegen. Neugierig schauen sie, wie wir die Tische, die wie in einer Mensa reihenweise aufgestellt sind, zu Gruppentischen umstellen. Dann packen sie mit an, erst etwas skeptisch, dann zuversichtlicher. Interessiert beobachten sie, wie der Raum mehr und mehr Gestalt annimmt und die Tische dekoriert werden. Sie bekommen große Augen, und von der anfänglichen Skepsis ist schließlich nichts mehr da. “Ja, die Jugend, die hat Pepp" - sinngemäß war dies der Kommentar der älteren Herren, und sie sind ein bisschen stolz, dass sie auch etwas dazu beigetragen haben.

 

Nach und nach trudeln die Gäste ein, und der Raum duftet herrlich nach türkischem Essen. Damit wir unser Essen zu schätzen wissen und dankbar sind, erzählt uns Bruder Nuri von Islamic Relief über seine Reise nach Äthiopien. Wir erinnern uns an den Vers: "Wenn jemand ein Menschenleben rettet, ist es so, als wenn er die ganze Menschheit gerettet hätte..." und denken dabei an unsere Geschwister in Afrika. Die Botschaft, die aus diesem gemeinsamen, leckeren Abend hervorgeht, lautet: Es ist nicht wichtig wie viel man gibt, denn wenn jeder ein bisschen gibt, dann kann daraus viel werden. Uns sollte aber auch klar sein, dass die Menschen in Afrika nicht erst seit heute hungern, und dass es morgen auch nicht vorbei sein wird. Möge Allah uns nicht zu denjenigen gehören lassen, die vergessen, nur weil sie nicht sehen! InshaAllah denken wir nicht nur zu Ramadander 9. Monat im islamischen Kalender; der Fastenmonat an die Menschen, denen es schlechter geht, sondern zu jeder Zeit.

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