Gemeinsam sind wir stark!
Wenn aus einem Lokalkreis plötzlich viele werden

Für das diesjährige Lokalkreisleitertreffen dienten die Initialen der MJD zweiseitig. Diesmal hieß es nicht nur Muslimische Jugend Deutschland. MJD stand an diesem Wochenende für das Motto „Muslim, Jung und Deutsch" Vom 01.05.09 -03.05.09 versammelten sich die Lokalkreisleiter und einige ihrer Aktiven in Rüsselsheim um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und den Vorträgen zu lauschen.

Alhamdulillahalles Lob gebührt Allah; „Alhamdulillâh“ zu sagen bedeutet, am Ende jeder Sache Allah zu danken, zahlreich waren sie alle erschienen. Aus Nord und Süd, aus West und Ost - eben aus ganz Deutschland. An diesem Wochenende bot die MJD den Lokalkreisleitern und den Teilnehmern die einmalige Gelegenheit, die anderen Lokalkreise näher kennenzulernen. Die Leiter der Lokalkreise hatten größtenteils eine kompakte Präsentation ihrer LKs vorbereitet und diese vorgestellt. Was alle Lokalkreise gemeinsam hatten waren die Freizeitangebote. Jeder LK legt Wert darauf die Geschwisterlichkeit innerhalb der Gruppe zu festigen, indem sie gemeinsame Ausflüge unternehmen oder Veranstaltungen besuchen. So kann ein Lokalkreis ganz schnell eine zweite Familie werden, und die Teilnehmer freuen sich über jedes zusätzliche Treffen.

Wie facettenreich Lokalkreise sein können wurde im Laufe des Wochenendes sehr schnell deutlich. Angefangen von der Zusammenarbeit mit sozialen Institutionen bis hin zu interaktiven Vorträgen nannten die LK-Leiter vielfältige Tätigkeitsbereiche. Ob ein Lokalkreis nun einen Bücherzirkel hatte oder grundsätzlich Vorträge bevorzugte, das Interesse der anderen Lokalkreise war groß. InschaAllahwörtlich: wenn Allah will; solange Allah zulässt; wenn man etwas zu tun beabsichtigt oder jemandem etwas verspricht, soll noch „inschâallâh“ hinzugefügt werden konnten sich die LKs gegenseitig inspirieren und ergänzen. An Ideenvielfalt mangelte es jedenfalls nicht.

    

Schon ging es weiter mit dem Motto, unter dem das Treffen stand. Bruder Ahmad aus München vermittelte den Lokalkreisteilnehmern mit dem gleichnamigen  Vortrag „Muslim, Jung und Deutsch", dass es von Allah gewollt ist, dass sie hier in Deutschland leben und dass auf jedem einzelnen eine Verantwortung gegenüber seiner Religion und dieser Gesellschaft liegt.

Die Message des Mottos wurde vermittelt. Um diese dann auch umzusetzen lernten die Teilnehmer die Methode der sinnvollen Problemlösung kennen. Dies erfolgte in Form einer Gruppenarbeit. Das interessante daran war, dass die Lokalkreisteilnehmer  zusammengewürfelt wurden. Somit hatte ein Teilnehmer aus dem Lokalkreis Freiburg die Möglichkeit mit Teilnehmern aus Karlsruhe oder Frankfurt zusammenzuarbeiten. Ein intensiveres Kennenlernen der anderen LK-Teilnehmer ist ein sehr wichtiger Schritt zur Vernetzung der Lokalkreise. Die Aufgabe der Gruppen bestand nun darin, einen Problemfall im jeweiligen Lokalkreis zu nennen, darüber zu diskutieren und vor den anderen Gruppen die mögliche Lösung zu präsentieren. Dies hörte sich Anfangs leichter an als es war. Was ist zu tun, wenn die Räumlichkeiten eines LKs gefährdet sind, weil eine Moscheeabgeleitet vom arabischen "masdschid" (wörtlich: Ort der Niederwerfung); in erster Linie Ort des gemeinschaftlichen Gebets; darüber hinaus Nutzungsmöglichkeiten für soziale, kulturelle und erzieherische Funktionen sich nicht mit der MJD identifizieren kann? Die Geschwister trugen ihre Lösungsansätze vor. Zum ersten Fall ergaben sich Tipps wie zum Beispiel die MJD gezielt dem Moschee-Vorstand vorzustellen, konkrete Aufgaben innerhalb der Gemeine zu übernehmen und somit seinen Platz als festen Bestandteil der Moschee und so die Herzen der Moschee-Verantwortlichen zu gewinnen. Und wenn all dies nicht fruchtet, kann man sich auch abwechselnd bei den LK-Teilnehmern treffen. Denn - subhanallahwörtlich: Preis sei Allah; kürzesteFormel zur Verherrlichung Allahs - es gibt kein Problem ohne Lösung. Einige LK-Teilnehmer machten fleißig Notizen und somit konnte jeder von jedem profitieren.

Die allseits bekannten MJD-Energizer und Warm Ups bescherten einige lustige Unterbrechungen nach den intensiveren Arbeits- und Zuhörstunden. Obstsalat und eine etwas ungewöhnliches Pantomime waren an der Reihe. Stell dir vor, dass du etwas sehr Offensichtliches und Leichtes beschreibst, aber niemand auf die Lösung kommt. Und dass dich dies schon in den Wahnsinn treibt und dir am Ende gestanden wird, dass alle eingeweiht waren und die Begriffe bereits kannten. Zwei Brüder durften diese Erfahrung machen und der Rest, der hatte ordentlich zu lachen.

    

Was das konkrete Ziel dieser Veranstaltung war?  Diese Frage fand Antworten in der Diskussionsrunde. Der MJD und somit den MJDlern ist es sehr wichtig eine gemeinsame Basis des Gebens und Nehmens mit den Lokalkreisen zu schaffen. Genau dies ist der springende Punkt. Die Brüder Hischam und Amin aus dem MD-Vorstand klärten darüber auf, dass eine stärkere Vernetzung und Zusammenarbeit zwischen den LKs stattfinden solle.Daran anknüpfend betonte Bruder Hischam, wie wichtig das Engagement der Lokalkreise ist und dass die LK-Arbeit noch stärker im Mittelpunkt der MJD stehen soll. Mit dem Treffen war der erste größere Schritt zur Vernetzung getan, aber längst nicht der letzte.

    

Doch das war noch nicht alles. Die Schwestern Ala und Malika warfen den Begriff  „MJD Mobil" in den Raum. Erst rätselte jeder grübelnd, was denn damit gemeint war, aber die Auflösung folgte schließlich. Einige Geschwister aus der MJD haben sich bereit erklärt sich zu Lokalkreisberatern ausbilden zulassen. Bei Bedarf schauen sie bei den verschiedenen Lokalkreisen vorbei, halten Vorträge und geben Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Lokalkreis. Na dann bleibt ja nur noch eins zu sagen: Auf eine aktive und erfolgreiche Zusammenarbeit der Lokalkreise inschaAllah!