Kaltes Wetter, warme Herzen
Das Wintermeeting 2009 der MJD München

von Bruder Mohammed1) der Gepriesene; der Verherrlichte; der Prophet des Islams; der Gesandte Gottes und letzter aller vom Schöpfer entsandten Propheten an alle Menschen 2) 47. Sure des Korans; 38 Verse; offenbart in Medina aus München

Alleine die Vorfreude vergoldete einem schon mindestens fünf Tage vorher die Zeit, endlich wieder altbekannte Gesichter zu sehen und mit ihnen eine schöne Zeit im traumhaften verschneiten Benediktbeuern zu verbringen, mit ihnen zu beten zu spielen und mit ihnen zu lernen!

Das Meeting ging von Montag bis Donnerstag und für jeden Tag gab es ein volles Programm das aus einer Mischung aus Körper, Seele und Geist, bestand. Gleich bei der Ankunft in der Herberge waren wir erstaunt. Die mit Schnee bedeckte moderne hohe Hütte sah mit der schneeweißen Wiese im Hintergrund einfach prachtvoll aus. Alle stürmten mit ausdrücklicher Missachtung der Anweisung des Leiters Marwan in die Hütte und sicherten sich ihre Zimmer und Betten.

Als nächstes stand auf dem Programm die Versorgung der mittlerweile aufgeregten Horde mit einem bayerischen Mittagessen mit Würstchen und Kartoffelsalat. Nachdem alle satt waren führten wir zunächst die Kennlernrunde weiter, die schon informell auf der Hinfahrt begonnen hatte. Nun stand für den heutigen Tag nur noch eine kleine Wanderung durch verschneite Felder mit einer wunderschönen Aussicht auf die Berge im Sonnenuntergang an sowie und ein Spieleabend und ein an das Abendessen anschließender Film.

Der nächste Tag begann mit einem Qiyam(Gebet in der Nacht) - wir lasen zusammen Bittgebete, beteten und verrichteten schließlich das Morgengebet. Nach dem,  leckeren Frühstück machten wir  einen Ausflug nach Penzberg zu einer sehr modernen und wunderschönen Moscheeabgeleitet vom arabischen "masdschid" (wörtlich: Ort der Niederwerfung); in erster Linie Ort des gemeinschaftlichen Gebets; darüber hinaus Nutzungsmöglichkeiten für soziale, kulturelle und erzieherische Funktionen, anschließend eine 30 minütige Stadtbesichtigung und fuhren schließlich zurück in die Hütte, wo wir einem herzerfrischendem  Vortrag lauschten.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Highlight des Meetings: dem Winterrodeln in Badtölz. Wir verbrachten dort den ganzen Nachmittag mit jeder Menge Spaß und Action und sind jedesmal nur haarscharf an einer Verletzung vorbeigerast. Und zwar  fuhren mit dem Sessellift einen riesigen Berg hinauf und fuhren den ganzen Berg etwa fünfzehn Minuten wieder hinunter. Das Ganze wiederholten wir noch einmal, doch für ein drittes Mal waren wir dann doch zu erschöpft. Nun freuten wir uns natürlich auf ein wärmendes Mittagessen und den darauf folgenden Vortrag in der Hütte, bei dem es um das gewissenhafte Verhalten eines Muslim1) wörtlich: der sich Unterwerfende, der sich Hingebende; Anhänger des Islams.2) (gest. 875); Kompilator des Hadîth; wie Buchârî, ein Verfasser des „Sahîh“ genannten Werkes ging.

Der letzte Tag war nun angebrochen, und Wehmut machte sich offensichtlich bemerkbar. Auch wenn es nur dreieinhalb Tage waren, so kam es uns doch so  vor als wären es zwei intensive wunderschöne Wochen. Allein der Gedanke an den Abschied fiel schon schwer. Umso mehr freuten wir uns also auf die gemeinsame Rückfahrt und verabschiedeten uns am Bahnhof mit der Hoffnung, dass das nächste Wiedersehen nicht allzu lange auf sich warten lassen wird - inschaAllahwörtlich: wenn Allah will; solange Allah zulässt; wenn man etwas zu tun beabsichtigt oder jemandem etwas verspricht, soll noch „inschâallâh“ hinzugefügt werden!