Bereits zum 17. Mal fand über Pfingsten 2011 – vom 10. bis 13. Juni –das diesjährige Jahrestreffen der Muslimischen Jugend im Feriendorf Wegscheide in Bad Orb statt. Etwa 1000 muslimische Jugendliche besuchten die Veranstaltung mit dem Motto „Me, My Nafs (arabisch für Ego) and I“.
Die Veranstalter boten zahlreiche Vorträge, Ags, Freizeit- und Sportangebote sowie abendliche Darbietungen – den Bunten Abend und sogenannte Nightsessions. Der 73-jährige Fazlun Khaled, muslimscher Umweltaktivist aus Großbritannien und Leiter der renommierten Stiftung „Islamic Foundation for Ecology and Enviromental Sciences“ (IFEES), befasste sich mit der Verantwortung des Einzelnen in einer herausfordernden Weltordnung. Er bezog sich dabei auf im Islam verankerte Werte wie Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit und verband sie mit politisch brisanten Fragen der heutigen Zeit: Atomkraft, Klimawandel, Umweltschutz. Fazlun Khaleds Frau, Saba Khaled, befasste sich außerdem mit dem Thema „The Family and Market Forces“. Mit Vorträgen wie „In Deutschland daheim“ wurde das Kernthema der muslimischen Jugend - die deutsch-muslimische Identutät – angesprochen und den Jugendlichen neben der Verbundenheit mit Deutschland auch die Notwendigkeit gesellschaftlicher Integration und Partizipation vermittelt.-Neben dem täglichen Hauptvortrag gab es weitere Vorträge, die in vier Altersgruppen unterteilt waren, um den Bedürfnissen der Zuhörer möglichst gerecht zu werden. Mit „Generation Hoffnung“, „R.E.S.P.E.C.T“, „Seie ein Freund“ oder „Fit fürs Leben“ wurden alle Altersgruppen angesprochen. Angeboten wurden auch Ags, die aus einer großen Vielfalt bestanden und besonders das gesellschaftliche Engagement betonten. „Deine Stimme gegen Armut“, „Die Risiken der Atomenergie“, „Frauenpower im Islam“ oder „Was glaubst du? – interreligiöser Dialog“ waren nur einige der angebotenen AGs.Dort wurden die Teilnehmer gemäß dem Motto des Meetings immer wieder daran erinnert, wie wichtig ihr Einsatz für eine bessere und gerechtere Welt ist.
Ein besonderes Erlebnis waren dieses Jahr die sogenannten Nightsessions, die nach Sonnenuntergang mit dem Ziel, den Besuchern etwas Besinnliches und zum Nachdenken anregendes zu unterbreiten, angeboten wurden. Die Auswahl umfasste ein Lagerfeuer, ein Hadsch-Planspiel, einen Barfußpfad sowie das Befassen mit dem Tod und dem Gebet.
Insbesondere der Bunte Abend stieß auf sehr positive Resonanz. Kreative Darbietungen wie Poetry Slam, der zuvor in einer AG entstanden war, Videos von MJD-Lokalkreisen oder der witzig-spritzige Auftritt der Theater-Gruppe Uma Lamo begeisterten die Zuschauer. Neben anderen musikalischen Performanzen war aber die aus zwei Sängern bestehende muslimische Band „The Sound of Reason“, die extra aus Kanada angereist waren. Sie begeisterten die Jugendlichen mit bewegenden Songs wie „Rise“ oder „Palestine“.
Eine Teilnehmerin fasst das Meeting wie folgt zusammen: „Ein außergewöhnlich bunt gemischtes Meeting aus alten und einigen neuen Teilnehmern, die viel frischen Wind mitgebracht haben und eine wegweisende Zukunft versprechen. Viele inspririerende und rührende Momente sowohl beim Gebet, den Vorträgen als auch dem bunten Abend.“





