Assalamu aleikum liebe Geschwister,
Der Monat Ramadander 9. Monat im islamischen Kalender; der Fastenmonat hat für uns Muslime eine ganz besondere Stellung. Es ist nicht nur der segenreichste aller Monate, sondern der ergiebigste und der ehrlichste.
Wieso der ehrlichste, werden sich jetzt viele Fragen. Sind die restlichen Monate unehrlich?
Nein, definitiv nicht. Jedoch sind die Taten im Ramadan die ehrlichsten und somit die inschaallah segenreichsten.
Während bei allen anderen gottesdienstlichen Handlungen der Muslime meist andere Menschen anwesend bzw. beteiligt sind, ist das Fasten eine ganz persönliche Handlung, von der nur Allah (swt) weiß. Wenn man zum Beispiel betet macht man dies oft, wenn andere Menschen anwesend sind, wie z.B in der Moscheeabgeleitet vom arabischen "masdschid" (wörtlich: Ort der Niederwerfung); in erster Linie Ort des gemeinschaftlichen Gebets; darüber hinaus Nutzungsmöglichkeiten für soziale, kulturelle und erzieherische Funktionen oder mit Familie und Freunden, die bezeugen können, dass man gebetet hat.
Anders jedoch beim Fasten. Nur der Herr der Menschen weiß ob SEIN Diener aufrichtig fastet oder nicht. Wenn jemand hinter verschlossenen Türen oder an einem menschenleeren Ort isst und trinkt, dann weiß dies nur Allah (swt).Dieser sehr persönliche und ehrliche Bestandteil des Fastens, setzt einen sehr starken Glauben an Allah (swt) voraus. Denn wenn wir wirklich fasten tun wir dies automatisch nur für IHN.
In diesem Jahr beginnt der Fastenmonat am 21. August. Das heißt er beginnt mitten im Sommer. Während andere Menschen einen erholsamen Strandurlaub machen und sich in klimatisierten Cafés und Restaurants von der Hitze erholen werden wir fasten. Und so Gott will werden wir auch die Belohnung dafür bekommen, denn es gibt noch eine andere Welt als das Diesseits, woran wir fest glauben und hoffen.
Es schafft nur der Gottesfürchtige und derjenige, der Allah (swt) aus tiefstem Herzen liebt, und genau weiß, dass er seinem Herren am Jüngsten Tag begegnen wird, diese Zeit mit Demut und voller Liebe zu bewältigen. So sind die segenreichen Worte unseres geliebten Propheten Mohammad (s) besser zu verstehen: „Jede gute Tat des Menschen wird um ein Vielfaches vermehrt, zehn- bis siebenhundertfach. Aber Allah spricht: das Fasten ist eine Ausnahme. Es ist nur für mich, und ich gebe soviel Belohnung wie ich will." ( Bukhari, Muslim)
Die Zeit des Ramadan ist aber auch die Zeit des Erinnerns und des Mitgefühls mit denjenigen, die weniger im Überfluss leben als wir es hier tun. Viele Dinge, die für uns oft selbstverständlich wirken, werden uns bewusster wenn wir fasten. Die MJD möchte in diesen Tagen - in denen die guten Taten vielfach zählen - ein Projekt starten, das uns die Möglichkeit gibt die Gnaden, die uns von Gott erwiesen worden sind, zu teilen. „MJD MACHT SCHULE" ist ein ehrgeiziges Vorhaben, in dessen Verlauf wir planen, die Bildungsmöglichkeiten für Kinder im südlichen Sudan zu verbessern. Dort sollen zwei Schulen ausgebaut, renoviert und ausgestattet werden, Lehrmaterialien und -personal sollen finanziert und besonders die Mädchenbildung vor Ort gefördert werden. All dies von uns, den muslimischen Jugendlichen, für die Kinder des Sudan. Im Rahmen von lokalen Initiativen soll hierfür neun Monate lang Geld gesammelt werden - beginnend mit diesem Ramadan (nähere Informationen folgen). Nutzen wir diese gesegnete Zeit um zu geben und zu teilen!
So lasst uns gemeinsam diesen segenreichen Monat nutzen, um zu geben und zu teilen, aber auch, um uns auf das Wesentliche unseres Lebens zu besinnen, im Dienste unseres Herren zu stehen und den Gottesdienst zum Ziel unseres Lebens zu machen. Lasst und diesen Monat ohne Zweifel in unseren Herzen und voller Ehrlichkeit begegnen und Allah (swt) um die Vergebung unserer Taten bitten.
Für die Schura der MJD,
Reza



