Vom 6.11 – 8.11.2009 lud der Bund der katholischen Jugend (BDKJ), die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) und die MJD zu einer interreligiösen Dialogveranstaltung zum Thema „Zusammen sind wir Deutschland“ ein.
Mit viel Freude und vor allem Neugier trudelten Mitglieder aus den drei Verbänden Freitag Abend in der Jugendherberge Bonn am Venusberg ein.
Nachdem alle ihre Zimmer erkundet und eine kleine Stärkung zu sich genommen hatten begann auch schon das Programm mit einem kleinen Kennenlernspiel. Mit Fragen wie „Was war dein lustigstes Erlebnis?“ oder „Meine Stadt“, konnte man mehr über die anderen Teilnehmer erfahren und es lockerte die Runde auf. Manch einer wurde durch seine lustige Geschichte oder seine Stadt für den Rest des Wochenendes gekennzeichnet. Mit einer kleinen Einheit zum islamischen Gebet wurde die Wichtigkeit dessen im Islamwörtlich: „heil sein“, „unversehrt sein“, „Unterwerfung“, „Gottergebenheit“; die Ergebung in Gottes Willen; die Bezeichnung der von Gott für den Menschen vorgesehenen Lebensweise der friedvollen Hingabe veranschaulicht. Später fand ein gemütlicher Abend statt, bei dem auch schon erste interessante Fragen gestellt wurden und man stellte fest, dass am nächsten Tag noch viel Gesprächsbedarf vorhanden war.
Früh am nächsten Morgen machten wir uns bei regnerischem Wetter auf den Weg nach Bonn zum Haus der Geschichte.
Dort angelangt wartete auch schon unsere Stadtführerin, die uns mit auf die Spurensuche des Grundgesetztestnahm. Gemeinsam auf Spurensuche zu gehen vereinte die Spuren der Teilnehmer. Es lehrte einem, dass man trotz einiger Unterschiede sich mit vielen kleinen Schritten einander nähern und auch dabei viele Gemeinsamkeiten entdecken kann. Wieder zurück in der Jugendherberge und gestärkt ging es weiter mit dem nächsten Programmpunkt.
Gemischt in kleinen Gruppen wurden Arbeitseinheiten zum Grundgesetz bearbeitet.
Die Gruppenaufgaben schafften mehr Raum für Gesprächsthemen. Außerdem förderte es die Toleranz zwischen beiden Religionen aufgrund der wachsenden Kenntnisse übereinander.
Nach geistig anstrengender Arbeit kam eine Einheit zum christlichen Gebet, bei der typische Kirchenlieder gesungen und Verse aus der Bibel gelesen wurden.
Anschließend fand ein Bunter Abend statt, um den Abend lustig ausklingen zu lassen.
Jeder Verband stellte ein Spiel vor, das jeweils typisch für den jeweiligen Verband war. Natürlich war auch der Klassiker Pantomime dabei mit Begriffen wie Bushaltestelle oder Hinduismus.
Nach einer Reihe von Spielen tauschten sich die Teilnehmer sich eifrig aus. Ob nun in den Pausen oder in Diskussionsrunden, dialogbereit waren immer alle überall. Am nächsten Morgen gab es die letzte Arbeitseinheit, nämlich ein gemeinsames Friedensgebet, das uns vereinen sollte, nachdem beide Religionen ihr Verständnis von Gebet gezeigt hatten. Drei Gruppen mit den unterschiedlichen Aufgaben, Korandas gesegnete Buch des Islams; wörtlich: „die Rezitation“, „das oft Gelesene“; das Vorgetragene; die Lesung; der Vortrag; das von Allah an Seinen Gesandten Muhammad (saw) offenbarte Buch in arabischer Sprache und Bibelverse, Bittgebete und Segenwünsche zu formulieren, wurden aufgestellt. Sie produzierten in den Gruppen mit Diskussionen und persönlichen Einflüssen Komponenten für das gesamte Gebet.
Jeden ergriff dieses Gebet auf eine bestimmte Art und Weise, denn es vereinte die Gemeinsamkeiten der beiden unterschiedlichen Religionen. Der Sinn war es miteinander zu leben und den anderen zu verstehen und nicht nebeneinander und aneinander vorbei zu leben. Für dieses Ziel wurde an diesem Wochenende ein Fundament gelegt.
Mit viel Wissen im Gepäck, neuen Spielen für die eigenen Verbände und vor allem mit viel mehr Lebenserfahrung begaben wir uns auf die Heimreise in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.



