"Nichts ist so wie man denkt"
Besucherstimmen zum Meeting
Was Besucher zum Meeting sagen:
 
 
Dr. Andreas Hieronimus ist vom Hamburger Institut für Migrations- und Rasismusforschung, das Mitglied im Netz gegen Rasismus (NgR) und dem „European Network against Racism“, dem auch die MJD angehört, ist. Er bot auf dem Meeting einen Workshop zum Thema „Ethik by Ibn Khaldun“ an und sagt:
„Dies ist das erste Meeting, bei dem ich dabei bin. Natürlich war ich anfangs schon neugierig und habe mich gefragt: was für Leute laufen hier rum? Wie wird das Meeting sein? Jetzt, wo ich hier bin, freue ich mich über die schöne Atmosphäre und das starke Solidaritätsgefühl, das man hier spürt. Ich finde, das Meeting ist auch sehr gut organisiert, es sind ja schon recht viele Leute hier. Meine Bilanz ist auf jeden Fall positiv“
 
 
Hannes Schuler ist Regisseur und lebt in München. Zum zweiten Mal besucht er zusammen mit anderen Kollegen vom Südwestdeutschen Rundfunk (swr) das Meeting, da er gerade eine Dokumentation über Muslime dreht und das MJD-Jahresmeeting filmt.
„Ich bin ja nun bereits zum zweiten Mal hier, deshalb ist das alles nicht ganz neu für mich. Beim ersten Mal war ich natürlich schon etwas unsicher, aber auch neugierig, da ich nicht wusste, was auf mich zukommen würde. Inzwischen genieße ich die positive Atmosphäre und finde vor allem die Diskussionen sehr spannend. Durch sie wird das Selbstverständnis von muslimischen Jugendlichen deutlich. Schön ist da zum Beispiel der pluralistische Ansatz, den die MJD mit ihren Angeboten fährt. Was ich schwierig finde ist aber etwa, wenn darüber geredet wird, wie Paradies und Hölle aussehen werden, das ist mir zu plastisch. Manche Sachen bekomme ich auch noch nicht zusammen, aber ich denke den Jugendlichen hier geht es ähnlich, denn im Grunde ist ja nichts so, wie man denkt."
 
Elisabeth Ziegler, Lokalreporterin aus Bad Orb, kommt seit vielen Jahren für einige Stunden zum Meeting, um dann in der Lokalzeitung darüber zu berichten.  Sie und ihr Mann, der früher Polizeichef im Ort war, kennen die Wegscheide von früher und haben die ihre Veränderungsprozesse begleitet. „Besonders schön finde ich die Vielfalt des Meetings. Jedes Jahr, wenn wir für ein oder zwei Stunden hier sind, freuen wir uns das gemischte Leben zu sehen.“
Zu den allgemeinen Vorurteilen, die man über den Islamwörtlich: „heil sein“, „unversehrt sein“, „Unterwerfung“, „Gottergebenheit“; die Ergebung in Gottes Willen; die Bezeichnung der von Gott für den Menschen vorgesehenen Lebensweise der friedvollen Hingabe so hört, sagt Herr Ziegler:
„Ich finde das nicht richtig, wie die Medien den Islam darstellen. Beim allerersten MJD-Meeting in Bad Orb war ich als Polizeichef da und komme seitdem jedes Jahr. Es gab nie Probleme, und auch persönlich habe ich noch nie negative Erfahrungen gemacht. Dieses Meeting ist eine wirklich gute Einrichtung!“
 
Sebastian und Matthias vom TeamGlobal, einem Netzwerk der Bundeszentrale für politische Bildung, das in Zeiten der Globalisierung selbstbestimmtes und verantwortliches Handeln stärken möchte, haben auf dem Meeting einen Workshop zum Klimawandel („Auf dem Weg nach Kopenhagen“) angeboten.
„Kongresse und Meetings finden wir immer besonders interessant. Man findet viele verschiedene Altersgruppen, Bildungsniveaus und Ansichten.“, meint Sebastian dazu.
 
Petra Lutz, Dörthe Engels und Theo Thiesmeier vom Hygienemuseum Dresden kamen im Rahmen eines Projektes zum Meeting. Dafür haben sie Mädchen, die ein Kopftuch tragen, gebeten, Statements dazu abzugeben, warum sie das Tuch tragen und was für Erfahrungen sie damit gemacht haben.
„Ich wusste kaum etwas über die MJD und wurde positiv überrascht: durch Diskussionen auf hohem Niveau, durch das starke Selbstbewusstsein, das die Jugendlichen hier an den Tag legen und die Hilfsbereitschaft, die unter allen herrscht,“ meint Frau Engels.
Frau Lutz stimmt ihr zu. „Ich war überrascht von der Freundlichkeit und Offenheit, mit der man mir begegnet ist. Die Mädchen, die wir interviewt haben, hatten eine starke Bereitschaft auf hohem Niveau über sich selbst zu sprechen; ich habe viele interessante Geschichten gehört.“
Mit den Statements, die die Mädchen abgegeben haben, war das Team weitgehend zufrieden und waren vor allem erstaunt über die persönliche Bedeutung des Kopftuchs und die Offenheit und Routine der Mädchen, darüber zu sprechen.
„Ich hätte nicht gedacht, dass das Kopftuch nicht nur im islamischen Kontext besprochen werden muss, sondern dass es auch eine emanzipatorische Bedeutung hat. Ein Mädchen, mit dem wir gesprochen haben, hat beschlossen das Tuch zu tragen, nachdem sie sexuell belästigt wurde. Schlimm finde ich, wie vielen Problem Frauen mit Kopftuch in der Arbeitswelt entgegenschauen müssen – in dem Ausmaß hätte ich das nicht erwartet“, fasst Frau Engels zusammen.
Matthias ergänzt: „Schade war, das so wenige teilgenommen haben. Aber das lässt sich vorher nie einschätzen, gerade bei einem so großen Meeting mit großem Angebot. Die Gruppe, die da war, hat aber sehr gut mitgearbeitet“.

Kommentare

kopftuch

as-salamu alaikum,

ich finde wirklich gut, was ich hier vom letzten mjd-meeting zu lesen bekam. ich selbst trage auch kopftuch und bin beim oeffentlichen dienst in stuttgart beschaeftigt, als eine von drei muslimas mit bedeckung.
als ich jetzt nach einem nebenjob suchte, musste ich in den einfachsten branchen wie fastfood und supermarkt die erfahrung machen, dass man viel zu oft sagte: wir wuerden sie sofort einstellen, aber nicht mit kopftuch.
auf meine frage, ob es nicht wichtiger sei, was unter dem tuch ist, redete man sich meist damit heraus, der chef habe es so bestimmt...
jetzt mache ich interviews in den nahverkehrszuegen der dt. bahn und zeige somit der oeffentlichkeit: schaut mal, dass koennen kopftuchfrauen genausso gut :-))
man muss nur mut haben und sich nicht unterkriegen lassen. schliesslich zaehlt der mensch und der umgang miteinander, nicht sein aussehen!
ich finde es klasse, dass wie oben beschrieben, gaeste dieser art an den meetings teilnehmen und so positiv erleben, was islam in wirklichkeit fuer uns bedeutet; und dies dann auch in die oeffentlichkeit transportieren.
ich sage ja immer, wir sind gute vorbilder fuer unsere gesellschaft.

mit besten gruessen und einem wa salam

eure schwester maryam

mein sohn ammar ist auch mitglied bei der mjd, al hamduli allah

Kopftuch

Hey ich bin abir
ich wohne nun schon seit Jahren in Dresden
aber ich habe ein problemm ich bin Muslim und will das auch so aus leben ich würde gerne ein Kopftuch tragen aber ich habe angst denn wir ihr wahrscheinlich schon gehört habt wurde im Dresdner Gericht eine frau ermordet und das macht mit ganz schön angst aber ich würde lieben gern Kopftuch tragen weil ich mich dann auch wohler fühle kann mich da jemand beraten?

liebe grüße abir

Liebe Abir, es sollte

Liebe Abir,

es sollte prinzipiell kein Problem sein ein Kopftuch in Dresden zu tragen, denn die meisten der Menschen dort sind offen und tolerant und werden dich inshallahwörtlich: wenn Allah will; solange Allah zulässt; wenn man etwas zu tun beabsichtigt oder jemandem etwas verspricht, soll noch „inschâallâh“ hinzugefügt werden so akzeptieren wie du bist, mit oder ohne Kopftuch.

Kontaktiere am besten die Moscheeabgeleitet vom arabischen "masdschid" (wörtlich: Ort der Niederwerfung); in erster Linie Ort des gemeinschaftlichen Gebets; darüber hinaus Nutzungsmöglichkeiten für soziale, kulturelle und erzieherische Funktionen in deiner Stadt und frag mal nach ob es dort Jugendgruppen gibt, die sich treffen. Dort kannst du sicher einige Schwestern treffen, die das gleiche durchgemacht haben/durchmachen und dir einige Tipps geben können.

Viel Erfolg und möge Allah t. dir alles erleichtern. Amin.

 

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese Frage hat den Zweck zu testen, ob Sie ein menschlicher Benutzer sind und um automatisierten Spam vorzubeugen.
Bild-CAPTCHA
Enter the characters shown in the image.