Von Berberitze bis Arbeitszimmereinrichtungskatalog

Der Lokalkreis-Contest in Berlin

Von Schwester Yasmin

Das lange Warten hatte endlich ein Ende: am Samstag, den 19. Dezember war es so weit -  der erste Berliner Lokalkreis-Contest nahm seinen Lauf.

 

Nachdem wir zusammen das Asrgebet gebetet hatten ging es los! Noha vom Schwesternkreis und Bilal vom Brüderkreis haben den Contest souverän und gelassen moderiert. Wir haben uns alle in Teams zusammen geschlossen, die aus drei bis sechs Personen bestanden, so dass insgesamt sieben Gruppen zustande kamen. Da die Schwestern um einiges weniger waren (aber um keinen Deut schlechter!), gab es zwei Schwestern- und fünf Brüderteams. Und wie es sich für ordentliche Teams gehört hatten sie auch sehr kreative Namen wie zum Beispiel die Fanta 5(die nur vier waren), die Ahnungslosen (die doch was wussten), Tick, Trick und Track (die keine Enten waren) oder, passend zum Wetter, die Snow Sisters. .

 

Den Einstieg machte ein Bruder mit einer kurzen Quranrezitation - und dann wurde es Zeit für das erste Spiel: Begriffe definieren!  Dabei mussten die Teams Begriffe wie Berberitze oder Langobarde wie einen Lexikoneintrag formulieren. Es kamen sehr amüsante Definitionen zustande, wie z.B dass die Berberitze die Witze der Berber seien. Von wegen! Es ist eine Pflanze! Der Lexikon-Eintrag, den die meisten Teams für authentisch hielten, gewann jeweils.

Das nächste Spiel war Personenraten. Die zu erratenen Personen kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen von Mahatma Ghandi in jungen Jahren über Altintop (na, ist es der Zwilling Halit oder Hamit?) und Yusuf Islam bis hin zu Christiane Köhler, der neuen Familienministerin.

 

Auf die Zahl zwei folgt natürlich die Zahl drei, und so ging es dann auch schnell mit dem dritten Spiel weiter. Dieses war Buchstabenzählen! Hierbei mussten die Buchstaben eines zuweilen superlangen Wortes gezählt werden, natürlich ohne Stift und Zettel. Es blieb uns also nur übrig die Finger zu Hilfe zu nehmen. Wie ihr euch sicher denken könnt waren auch keine Wörter wie Schreibtisch dabei, sondern eines der einfachsten war noch Arbeitszimmereinrichtungskatalog.

Und dann stand auch schon das Maghrib-Gebet an. Da so viel Spiel und Spaß hungrig machen gab es  erst einmal etwas zu essen. Suppe, Würstchen, Pommes, Nudelauflauf und Salat erfreuten unseren Gaumen immens und machten unsere Gehirnzellen auf ideale Weise für die nächste Runde bereit, die daraufhin folgte.

 

Als nächstes kam ein Quiz dran, welches aus vier Kategorien - Geschichte, Islam, Allgemeinwissen und MJD - mit je fünf Schwierigkeitsstuffen bestand. Und dieses Quiz hatte es in sich. Hättet ihr gewusst wann die Kubakrise war, wo die deutsche Republik gegründet wurde oder wie viele Vorsitzende die MJ Berlin im Laufe der Jahre hatte?

Das nächste Spiel war schon ein wenig gemein, denn aus jedem Team musste eine Person nach vorne, dem die Augen verbunden wurden. Blind musste diese Person dann herausschmecken, was ihr gerade gefüttert wurde, und das reichte von Zahnpasta über Olivenöl, Paniermehl bishin zu Pinienkernen. Ganz schön schwer!

 

Im vorletzten Spiel ging es ums Schätzen von drei verschiedenen Gewichten - einer kleinen Truhe mit Murmeln, einer Tüte Birnen und einer mit Bananen. Wer gern Obst kauft, hatte hier natürlich Vorteile ;-).

Den Höhepunkt an Geschicklichkeit, Fantasie, Schnelligkeit und Kreativität beim Contest bildete die folgende Aufgabe: Baue innerhalb von fünf Minuten mit weißem Papier, Schere und Tesafilm eine Moschee. Das Ergebnis war: bezaubernd! Von moderner europäischer Architektur bis zum traditionellen Moscheebau mit zwei Minaretten war alles dabei.

   
   

   

 

Nach dem gemeinsamen Nachtgebet stieg die Spannung, denn die Ehrung der Sieger stand nun unmittelbar bevor. Die Organisatoren rechneten noch fleißig die Punktestände aus, während wir unseren süßen Kuchen zitternd verdrückten. Sicherlich, alle Teams hatten sich wacker geschlagen, aber es kann halt nur einen Sieger geben, und das waren: das Brüderteam namens „Fanta 5"! Auf sie wartete ein kleines Süßigkeitentütchen und ein Kalender für 2010 sowie eine Urkunde zum Einrahmen und Aufhängen! Und natürlich jede Menge anerkennende Blicke und Klatschen vom Publikum. Den zweiten Platz belegte das Schwestern-Team „Tick, Trick und Track". Die kleinen Enten hatten sich tapfer bis zum Ende geschlagen.

   
   

Das Tütchen Süßigkeiten und die Urkunde, die jeder erhielt wird sicher einen Ehrenplatz im Zimmer eines jeden erhalten, denn dies war wortwörtlich ein unvergesslicher Tag, der durch den tatkräftigen Einsatz der Organisatoren zustande kam. Danke dafür! Die Teilnehmer trafen schließlich auf der aufgemalten Dartscheibe mit verschiedenen Auswertungs-Kategorien fast ausnahmslos ins Schwarze. Doch auch ein solch gelungenes Event geht irgendwann zu Ende, und so stapften die Geschwister nach einem Abschlussdua frierend, aber mit warmen, spaßigen Gedanken durch den eisigen Schnee nach Hause.