„Herzlich Willkommen, oh Ramadander 9. Monat im islamischen Kalender; der Fastenmonat“ oder „Herzlich Willkommen, du König aller Monate“, so blitzt es seit einigen Tagen von den Minaretten der muslimischen Welt und läutet, voller Freude, den Beginn des segenreichen Fastenmonats Ramadan ein. Auch hierzulande sehen wir, dass sich Moscheegemeinden – trotz fehlenden Minarettschmuckes – auf den Ramadan vorbereiten. Die Teppiche in den Gebetsräumen werden ein letztes Mal mit Sorgfalt gereinigt. Fassaden und Wände werden liebevoll gestrichen und letzte Reparaturen vorgenommen, damit alles perfekt ist für den Empfang des „Königs aller Monate“. Auch Zuhause beginnt in den letzten Tagen vor Beginn des Ramadans – nein, eigentlich schon seit Beginn der heiligen drei Monate – eine liebliche, angenehme Hektik. Alle wollen bereit sein, um den König entsprechend empfangen zu können. Aber warum eigentlich? Was macht den Ramadan so besonders? Nun ja, es sind wohl die vielen Segnungen und Geschenke, die der König mit sich bringt. Geschenke, die jegliche Vorstellungskraft übersteigen. Geschenke, wofür wir uns nicht genug bedanken können. Da wären zum Beispiel die unzähligen Hassanat (Belohnungen), die wir alleine für das Fasten bekommen. Allah (swt) sagt: „Jede gute Tat des Sohnes Adams wird zehn- bis siebenhundertfach vervielfacht. Mit Ausnahme des Fastens. Denn es geschieht nur Meinetwillen, und Ich belohne ihn so viel Ich will“. (Abu Huraira, Buchari, Muslim1) wörtlich: der sich Unterwerfende, der sich Hingebende; Anhänger des Islams.2) (gest. 875); Kompilator des Hadîth; wie Buchârî, ein Verfasser des „Sahîh“ genannten Werkes)
Dann kommen noch die Hassanat hinzu, die wir für das Koranlesen, für Spenden und freiwillige Gebete bekommen. Im Ramadan werden sie zehnmal mehr belohnt als sonst. Eine weitere Segnung ist die Hülle und Fülle an Baraka (Segen), die ER uns zuteilwerden lässt. Und als ob das nicht schon genug wäre bekommen wir noch mehr Baraka, wenn wir Gäste einladen oder Arme speisen. Laut einer Überlieferung bringt der Gast zehn Segnungen mit, isst und trinkt nur ein Zehntel davon und lässt dem Gastgeber neun zurück.
Durch die Schule des Fastens verbessern wir unseren Charakter. Keine andere Schule kann die Geduld, das Zufriedensein mit kleinen Dingen, das Teilenwollen mit anderen, die Genügsamkeit besser schulen als der Ramadan. Wir fasten nicht nur mit Leib, sondern auch mit Seele, halten uns fern von Schändlichem und Schlechtem und animieren darüber hinaus noch andere dazu, Gutes zu verrichten.
Der Ramadan hat uns als größtes Geschenk die „Nacht der Bestimmung“ – den Lailatul Qadr - gebracht - die Nacht, die laut einem Hadithder Bericht; die Überlieferung; Aussprüche und Taten des Gesandten Gottes Muhammad (saw); Bezeichnung für die Berichte, in denen die Sunna Muhammads (saw) überliefert wurde besser als tausend Monate ist. Wenn wir ihn optimal mit Gebeten, Dhikr (Gottgedenken) und guten Werken nutzen, verspricht Allah (swt) uns unsere Sünden zu vergeben. Kann es ein größeres Geschenk geben?



