Im entfernten Mülheim versammelten sich am Wochenende vom 4.-5.2.11 die Tarbiya-KursDer MJD-Kurs ist ein Kurs, der an MJD-interessierte junge Muslime gerichtet ist und alle vier bis sechs Wochen stattfindet. Hier werden gemeinsam islamische Grundlagen erarbeitet und natürlich wird auch viel gelacht! Inzwischen gibt es mehrere Kurse im Norden und im Süden Deutschlands, für Brüder und für Schwestern. Das Angebot kann alhamdulillah stetig erweitert und verbessert werden.-TeilnehmerInnen und DA-Geschwister zum erstmaligen Treffen dieser Art. (DA=Darularqam=Beratungsgremium des MJD Vorstandes, welches aus aktiven MJD- Mitgliedern besteht und dem Austausch und der Wissensvermittlung dient).
Die Berliner hatten Glück! Eigentlich sollten wir zwei Fünf-Sitzer-Autos erhalten, aber der Autoverleih reservierte uns nur einen und gaben uns als Entschädigung für einen unschlagbaren Preis einen Neun-Sitzer. Mit unserer Entertainerin Noha am Steuer ging es dann los. Wir fuhren ohne ein Päuschen durch und kamen gegen Mitternacht in der islamischen Gemeinde Mülheim, mit großer Vorfreude auf unsere Geschwister, an.
Die Schwestern waren schon dick in ihre Schlafsäcke eingemummelt und redeten leise miteinander.
Nach einer kurzen Nacht, einem schönen gemeinsamen Fajr-Gebet und einer weiteren Stunde Schlaf, gingen wir nach unten in den Gemeinschaftsraum, in dem die Brüder schon das Frühstück vorbereitet hatten. Abdurrahman Reidegeld, der Referent zum Thema Usul ad Dinteilte das Essen mit uns.
Ungefähr fünf Stunden in drei Blöcke eingeteilt lauschten wir dem Bruder Abdurrahman und stellten fest, wieviel mehr es noch in der islamischen Wissenschat zu entdecken gibt. In der Mittagspause genossen wir die kulinarischen Köstlichkeiten aus den Händen einiger Geschwister, die das Essen zubereiteten.
Der Samstag klang nach dem Abendessen, bei dem die Brüder feststellten, dass sie ihr Essen nicht aus den Augen verlieren sollten, mit einem gemütlichen Abend aus. Die Schwestern versammelten sich ausgelassen im oberen Teil der Moscheeabgeleitet vom arabischen "masdschid" (wörtlich: Ort der Niederwerfung); in erster Linie Ort des gemeinschaftlichen Gebets; darüber hinaus Nutzungsmöglichkeiten für soziale, kulturelle und erzieherische Funktionen, wobei die letzten Aufgebliebenen erst gegen ein Uhr ihren Schlafsack aufsuchten.
Am Sonntag wurde es sehr emotional. Ein tunesischer Bruder kam zu uns, um von seinen Erlebnissen in Tunesienund der Bedeutung der aktuellen Umstände in seinem Land zu berichten.
Mohammed1) der Gepriesene; der Verherrlichte; der Prophet des Islams; der Gesandte Gottes und letzter aller vom Schöpfer entsandten Propheten an alle Menschen
2) 47. Sure des Korans; 38 Verse; offenbart in Medina, unser TKMit der MJD entstand auch der Tarbiya-Kurs, der im Islam und in der MJD aktive Jugendliche zusammenbringen sollte. Tarbiya bedeutet so viel wie Entwicklung, Erziehung und bezieht sich auf die Lernkompetenzen im täglichen Leben bzw. im Alltag. Ziel der Tarbiya ist es, Schritt für Schritt an seinen Aufgaben zu wachsen und im religiösen Sinne Allah näher zu kommen.
Im Tarbiya-Kurs geht es darum den Mitgliedern zu vermitteln wie man durch vorbildliches Handeln und Sprechen zum Islam einlädt. So soll nicht nur nach außen hin das Bild des Islam, sondern auch die eigene Persönlichkeit verbessert und dies als Lebensaufgabe gesehen werden. Im Tarbiya-Kurs soll auch der persönliche Glaube gestärkt und die Teilnehmer in ihrem islamischen Verständnis und Wissen gefestigt werden.
Teil des Tarbiya-Kurses sind Geschwister, die sich in jeder Lebenslage aktiv für den Islam einsetzen oder dies noch vorhaben. Mehrere Tarbiya-Jahrgänge haben die zweijährig ablaufenden regelmäßigen Treffen schon beendet. Die Teilnehmer treffen sich alle vier bis sechs Wochen in jeweils unterschiedlichen Städten treffen und reisen dann von Kiel bis München an, kommen also aus ganz Deutschland.-Betreuer schloss mit einem kleinen Einblick in die historische Entwicklung Ägyptens an und konnte uns in der kurzen Zeit ein gutes Verständnis der momentanen Unruhe des Landes verdeutlichen.
Und dann war es schon wieder vorbei. Alle Geschwister traten schweren Herzens ihre Heimreise an.
Die Geschwisterlichkeit, sie ist ein Geschenk, ein Geschenk, dass Pflege braucht. Ich bin dankbar für dieses und so viele vorangegangene Wochenenden und hoffe, dass ALLAH uns noch viele gemeinsame Stunden gewähren lässt, bei denen wir tanken können für den Alltag zu Hause. Einen Riesendank an die Organisatoren und allen Geschwistern die dabei waren. Erst ihr macht diese Wochenenden zu dem, was sie sind. Erst ihr gebt den Anlass, dass ALLAHs Engel sich um uns versammeln und uns seine Nähe spüren lassen.
Assalamu alaikum und bis zum nächsten Mal!
Von Schwester Nour aus Berlin





