"Und was glaubst du?"
Interreligiöse Fachtagung in Hannover

„Und was glaubst du?“ war die Frage, die sich die Teilnehmer der Tagung vom 10.-11. Oktober in Hannover stellten. Diskutiert wurde die „Religiöse Vielfalt in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“. Organisiert wurde die Fachtagung von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Niedersachsen. Die MJD war neben der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannovers als Partner beteiligt und stellte vier der insgesamt knapp vierzig Teilnehmer. Die Teilnehmer kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, hauptsächlich aus der evangelischen Jugendarbeit.

Nach kurzem Kennenlernen gab Juniorprof. Dr. E. Zonne vom Lehrstuhl der Evangelischen Theologie an der Universität Osnabrück eine Einführung zum „Interreligiösen Lernen in der Jugendarbeit“. Angesprochen wurde die Bedeutung von Religion im Leben von Jugendlichen in Europa, nach einer aktuellen Studie, empfindet knapp die Hälfte der Befragten Religion als „wichtig“ im eigenen Leben. Gleichzeitig gebe es aber einen Trend zum „belonging without believing“.
Zum Abend ging es in das Haus der Religionen in Hannover, wo es nach Grußworten des Vorsitzenden des Hauses der Religionen, Dr. W. Reinbold, der Landesjugendpastorin C. Dassler sowie des Referatsleiters Integration des Niedersächsischen Sozialministeriums, Dr. D. Tan eine Podiumsdiskussion zu den Themen der Tagung gab. Hierzu waren Vertreter der jüdischen, buddhistischen und muslimischen Religion sowie eine Vertreterin der Bahai geladen. Der Diskussion folgten intensive Gespräche in Kleingruppen und natürlich – das Buffet.
Am abschließenden Tag gab es Workshops zu praxisnahen Themen: offene Jugendarbeit, interreligiöse Jugendfreizeiten, interreligiöses Lernen sowie Geschlechterfragen. Verlassen haben wir die Tagung mit vielen neuen Erkenntnissen, Kontakten und Ideen. Es besteht immenser Bedarf und auch der Wunsch nach verstärkter interreligiöser Jugendarbeit. Auffällig war, dass Meinungen und Wertvorstellungen der Teilnehmer zu vielen gesamtgesellschaftlichen Themen sehr eng zusammenliegen. Man müsste nur aufeinander zugehen und den anderen fragen: „Und was glaubst du?“
 

 

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