Vom Anbinden des Kamels und anderem nützlichen Wissen
Bericht vom Brüdermeeting 2011

Bei 21° Celsius und sonnigem Wetter begann am Freitag, den 22.04., das Brüdermeeting 2011 in der Jugendherberge Heisterberg. Unter dem Motto „Kamel anbinden, auf Gott vertrauen, durchstarten!“ wurde es zelebriert. Da die Karawanenzüge lange Strecken zurückzulegen hatten, kamen die Kamelhalter im Laufe des Tages nach und nach eingetrudelt. Bereits in der Vergangenheit wurde ihr Kamel nicht richtig angebunden, so dass es öfter einmal ausbüxte. Das Meeting wurde eigens dafür einberufen, um die richtige „Anbindetechnik“ zu lernen, damit auch jeder Halter sein Kamel in Zukunft vernünftig anbinden kann. Hierbei sei gesagt, dass sich die „Anbindetechnik“ auf eine der Zielsetzungen des Lebens bezieht und dies unmittelbar mit dem Vertrauen auf Gott zusammenhängt.

Der Auftakt zum Meeting wurde mit dem gemeinsamen Freitagsgebet eingeleitet. Gleich darauf wurden die ersten angekommenen Karawanen mit einem kräftigen Mittagessen für Tier und Mensch versorgt. Nach der Begrüßung und dem Willkommenheißen der ersten Kamelhalter hielt Bruder Ahmad einen recht informativen Vortrag, der vor allem für die etwas älteren Kamelhalter interessant war. Darin erfuhren sie, was die Wüste im Norden Afrikas aktuell an politischen Gegebenheiten durchläuft. Anschließend gab es ein Fußballturnier, das den Titel „Kamel rennt und schießt den Ball“ trug.

Am Samstag kamen wir an den Punkt, an dem der erste Vortrag über das „Kamelanbinden“ stattfand. Der Bruder Mohamed1) der Gepriesene; der Verherrlichte; der Prophet des Islams; der Gesandte Gottes und letzter aller vom Schöpfer entsandten Propheten an alle Menschen 2) 47. Sure des Korans; 38 Verse; offenbart in Medina ließ wenige Einzelheiten aus und erklärte, wie und weshalb eine gute „Anbindetechnik“ von Nöten ist. Anschließend spezialisierten sich die Halter in verschiedenen Ags, um auch wirklich jede „Anbindetechniken“ zu erlernen. Um einen Karawanenzug optimal zu führen, begann am frühen Abend das Kamelrennen, das die Halter mit ihren Kamelen über Berg und Tal, Flüsse und andere Hindernisse führte. Es gab Halter, die trotz großer Beeinträchtigungen über sich hinaus wuchsen und einen Willen an den Tag legten, der bei allen teilnehmenden Haltern garantiert in Erinnerung bleiben wird. Sie wollten diese Erfahrung mit nach Hause nehmen und zeigten auch in der Gemeinschaft ihre Hilfsbereitschaft. Manch Karawane zog in die falsche Richtung, organisierte sich dann aber mit einem Lagerfeuer eine bequeme Nacht.


Da ein Rennen immer einen Sieger hervor bringt, wurde die Auflösung bis zum Bunten Abend verschoben, um die Spannung zu steigern. Bis dahin sollte es noch einige praktische und inhaltliche AGs geben, in denen die Teilnehmer ihr Wissen um „Anbindetechniken“ vertiefen konnten. Bruder Bilal trug die Geschichte vom Propheten Ayyub (as) vor, und erinnerte die Halter damit an die Wichtigkeit von Geduld. Das Kamel nicht richtig anbinden zu können, heißt, Grundsteine für eine vernünftige Handhabe des Lebens und das Vertrauen auf Allah (t) nicht im Ganzen zu bewerkstelligen. Geduld zu üben und zu verinnerlichen, dass Allah (t) derjenige ist, der die Vorsorge des Halters erkennt und ihn auch in allen Lebenslagen prüft, ist ein Gebot, das nicht vergessen werden sollte. Zu diesem Zeitpunkt war es für jeden teilnehmenden Halter klar: all diese Vorträge waren für sie nützlich und beinhalteten mehrere Gründe, wieso sie das Meeting bis dahin schon einsame Spitze fanden.

Um die Halter noch einmal in ihrem Wettkampfverhalten zu trimmen, wurde ein Fußballturnier veranstaltet. Voll mit Adrenalin ging es dann auf den Bunten Abend zu, der den Teilnehmern das Lachen oder Lächeln ins Gesicht zauberte. Spiele, Gesang, Theater, die ersehnte Siegerehrung vom Kamelrennen und ein kleiner Meetingrückblick ließen den letzten Abend in etwas Wehmut hinüber gehen.

Der Montag hatte es noch einmal geschafft die Gemeinschaft der Halter zu stärken. In den Reflexionsgruppen (Tutorien), konnte sich jeder Halter seine Fragen rund ums richtige Anbinden des Kamels, klären. Hierin wurden Kontaktdaten ausgetauscht, damit sich die Halter auch gegenseitig finden können. Das abschließende Gebet im Freien und das gemeinsame Grillen bei sommerlichen Temperaturen war einer der vielen Höhepunkte des Brüdermeetings 2011.


Dieses Meeting war einsame Spitze, und ein unvergessliches Event. Die Begeisterung und Motivation nun das Kamel endlich richtig anzubinden und anschließend auf Gott zu vertrauen, ist für alle Halter überaus groß. Die Vorfreude auf das Wiedersehen einiger teilnehmenden Halter am 10.06.2011, wenn es heißt „Me, My Nafs and I“ ist kaum zu beschreiben. Wenn ihr wissen wollt, wie gut sich die Halter mittlerweile im Kamelanbinden anstellen, dann seid auch ihr am 10.06 dabei!

 

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