Wenn es mal nicht nach deiner Nase geht...
Ein Artikel über mein Ego und wie es ihm auf dem MJD Meeting erging.

„Me, My Nafs and I“ hieß es auf dem diesjährigen Meeting. Ein Motto, welches wohl jeden Einzelnen zum Nachdenken anregte. Unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen trafen auf der Wegscheide zusammen.


Mir persönlich schoss bei dem Begriff Nafs,-auf Deutsch Ego- ein Lied durch den Kopf: „This is life. I have to fight with you (…) Ego we go. From now on we go different ways.“

Ein Lied, welches mich immer wieder daran erinnert, dass ich mich in einem täglichen Kampf mit meinem Ego befinde.
Das waren meine persönlichen Interpretationen des Mottos, womit ich letzten Endes auch nicht falsch lag. Es lag wahrscheinlich für alle auf der Hand, dass es um das Ego geht. Doch der Satz „I have to fight with you“ fasste all meine Erwartungen an das Meeting zusammen. Die Absicht war gefasst: Ein Wochenende an dem ich meinem Ego den Kampf ansage.
 
Die Substitution der Wörter „Myself“ und „My Nafs“ verdeutlichte die Differenzierung von dem „Ich“ und dem Ego. Denn der Mensch ist weder abhängig noch unabhängig von seinem Ego. Des Pudels Kern jedoch besteht in der Frage, wer den Ton angibt. Diese Frage sollten sich die Teilnehmer also auch auf dem Meeting stellen. Bist du Herr über deine Leidenschaften oder beherrschen sie dich? Bist du also im wirklichen Sinne „frei“ von deinem Ego, oder redest du dir vielleicht ein, deine Freiheit läge darin alles zu tun was du willst und hierbei auch Allahs Grenzen zu überschreiten?
 
Ja, auf diesem Meeting sollte eben mal nicht alles nach meiner Nase gehen.
Genau das war es auch, was mir durch Schwester Esma Vortrag am Tag der Abreise verstärkt klar wurde. Das ganze Meeting war darauf aufgebaut die „Null-Bock-Einstellung“ unseres Egos zu überwinden.
Motivierende Vorträge wie der vom Onkel Ahmed oder der Vortrag von Schwester Malika den ich selbst als einen „Hoffnungsschimmer bzw Lichtblick“ beschreiben würde, waren mir eine Unterstützung dabei, mein Ego hinten anzustellen.
Aber auch AGs die zur Gemeinnützigkeit motivierten, gehörten dazu. So gab es die Islamic Relief Aktion „Engagement macht Kinder froh!“, bei der die Meeting-Teilnehmer ihre Stimme für Kinder in Not abgeben konnten. Auch Greenpeace war vor Ort und bot passend zu dem MJD-Projekt „Öko-Muslime“ die Möglichkeit sich für den Umweltschutz zu engagieren. Diese und andere AGs und Vorträge sollten mir und auch anderen helfen, den inneren Schweinehund zu überwinden.
Morgenspaziergänge, Sportangebote und die Nightsessions forderten eine besonders starke Selbstüberwindung, weil ich bei all dem Schlafmangel auch hin und wieder Mal daran dachte, einfach nur zu „chillen“. Aber jede Überwindung zahlte sich aus. Die Nightsession „Der Tod“ mit Nadir war wortwörtlich unbezahlbar. Die mentale Bereicherung die man bei den Nightsessions mitnehmen konnte war jeden Schlafmangel wert. Positiv erstaunt war ich deshalb auch darüber, wie viele Geschwister sich gegen einen frühen Schlaf und für eine lange Nacht entschieden hatten.
Ein besonderes Highlight war natürlich auch wie jedes Jahr der bunte Abend. Diesmal mit ganz besonderen Gästen aus Kanada. Die islamische Musikgruppe „The Sound of Reason“ hat nach diesem MJD-Meeting ganz viele neue Fans aus Deutschland gewonnen.
Rückblickend kann ich gar nicht sagen, was mir am meisten gefallen hat. Es war das Gesamtpaket. Das Motto war für mich persönlich das Beste seit langem und auch die Umsetzung des Mottos fand ich gelungen. Da bleibt uns doch nur noch das Zählen der Tage bis zum nächsten Meeting!

 

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