Stellungnahme
Seit mehreren Tagen beobachten wir mit großer Besorgnis die Ereignisse im Gaza-Streifen. Hunderte von unschuldigen Menschen, ungeachtet ob Muslime oder Christen, starben bereits, und viele wurden schon in den ersten Stunden der israelischen Angriffe verletzt. Das Vorgehen der israelischen Streitkräfte ist unverhältnismäßig und kann in keiner Weise gerechtfertigt werden. Es kann auch nicht mit einem Schweigen darauf geantwortet werden. Die Luftangriffe sind konzentriert auf einen schmalen Landstreifen, der eine sehr hohe Menschendichte aufweist.
Angesichts dieser äußerst kritischen Situation stehen wir den Menschen im Gaza-Streifen bei. Wir möchten hiermit unsere geschwisterliche und menschliche Solidarität mit ihnen zum Ausdruck bringen. Die Menschen im Gaza-Streifen leiden bereits seit zwei Jahren an einer Blockade. Diese hat alle essentiellen Dienstleistungen behindert, die nun wegen der Angriffe noch weiter massiv beeinträchtigt werden.
Wir verurteilen diese Angriffe der israelischen Streitkräfte auf die Palästinenser aufs Schärfste! Wir befinden diese Angriffe außerdem als ungerechtfertigt und unverhältnismäßig. Sie unterwandern jegliche menschlichen und moralischen Werte, internationale rechtliche Standards und die Deklaration zum Schutz der Menschenrechte.
Wir bitten Allah dieses Leid von den Palästinensern zu nehmen. Wir bitten Ihn um Gnade für die Opfer. Wir bitten Ihn die Bedingungen im Gaza-Streifen zu verbessern und um die Linderung der Schmerzen von Verletzten oder anderen Opfern. Wir bitten Allah den Hinterbliebenen und Überlebenden Geduld und Standhaftigkeit zu geben. Wir bitten Ihn um Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.
Handlungsmöglichkeiten
Wir rufen alle Muslime und auch Menschen anderer Religionszugehörigkeit auf praktisch tätig werden. Als Anstoß folgen hier ein paar Handlungsvorschläge, die von verschiedenen Menschen vorgeschlagen und zusammengetragen wurden:
1. Bittgebete an Gott richten, dass Er das Leiden und die Angriffe auf die Palästinenser – auch die Kinder, Frauen, Älteren und Kranken – lindert und die Blockade schnell beendet. Wir rufen alle Muslime dazu auf, friedliche Sitzungen in ihren Moscheen und religiösen Einrichtungen im Gedenken an die Palästinenser zu veranstalten. Man kann zu diesem Anlass auch gemeinsam das Tahajjud- oder Qunut-Gebet verrichten.
2. Durchführung von Medien-Aktivitäten, um das Leid der Palästinenser bekannter zu machen und bei Muslimen und Nicht-Muslimen zu veranlassen die Geschehnisse gewissenhaft zu reflektieren. Der Kontakt zu offiziellen Instanzen, die in der Hinsicht etwas bewirken können, sollte hergestellt werden. Schreib Briefe und Petitionen, z.B. an die Bundeskanzlerin, den EU-Ratspräsidenten, deinen Bürgermeister oder an Bundestagsabgeordnete.
3. Initiierung von humanitären Aktivitäten, die den Menschen im Gaza-Streifen helfen. Es können z.B. Ärzte aus Europa nach Palästina entsendet werden, um dort Soforthilfe zu leisten sowie medizinische Materialien oder Nahrung bereit zu stellen. Wenn du also einen Arzt kennst, sprich ihn an, schlage ihm diese Möglichkeit vor. Dies kann Menschenleben retten!
4. Demonstrationen. Wir können außerdem friedliche Demonstrationen organisieren bzw. an welchen teilnehmen, um die Politik, die Medien und die Öffentlichkeit auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen. Sei auch du dort präsent, zeig, dass du mit den Menschen im Gaza-Streifen fühlst und sich für sie einsetzt!
5. Spenden von Geld. Die Palästinenser im Gaza-Streifen benötigen dringend Geld, um für das Wichtigste wie Nahrung oder medizinische Versorgung sorgen zu können. Einige Hilfsorganisationen bieten schnelle Nothilfe an, z.B. Islamic Relief oder Muslime Helfen. Versuch bewusst auf einen Teil eures Haushaltsgeldes zu verzichten, indem du z.B. fastest oder Neuanschaffungen verschiebst und stattdessen das Geld spendest.
6. Gemeinsam im Gedenken an die Opfer und Leidenden in Palästina fasten. Dafür schlagen wir jeweils Montag und Donnerstag als gemeinsame Termine vor. Macht diesen Termin in euren Moscheegemeinden und unter euren Freunden bekannt, damit es möglichst viele Fastende gibt, die sich solidarisieren! Das Geld, was ihr durch das Fasten spart, könnt ihr dann spenden. Das ist vor allem sinnvoll, wenn man sich vornimmt diesen Monat z.B. jeden zweiten Tag oder zweimal in der Woche zu fasten.





